Die anhaltende Trockenheit, extreme Hitze und die akute Waldbrandgefahr zeigen in diesen Wochen dramatisch: Der Klimawandel schreitet deutlich schneller voran – mit verheerenden Folgen für unsere Wälder. Angesichts dieser Krise warnen die beiden Waldverbände Süddeutschlands eindringlich: Wenn die Politik so weitermacht, werden die Wälder ihre lebenswichtigen Funktionen für uns Menschen schon bald nicht mehr erfüllen können.
„Wir brauchen jetzt eine Kehrtwende in der nationalen und europäischen Waldpolitik. Nötig ist eine grundsätzliche Neujustierung, die den Fokus auf einen proaktiven Walderhalt als oberste Maxime setzt“, erklären die Spitzen beider Verbände gemeinsam.
„Wer die Handlungsfähigkeit der Eigentümer durch immer neue und kontraproduktive Bürokratie lähmt und die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer einschränkt, gefährdet die Zukunft unserer Wälder“, erklärt Bernhard Breitsameter, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes.
„Unsere Waldeigentümer erbringen tagtäglich unverzichtbare Leistungen für die Gesellschaft – vom Klimaschutz über die Trinkwasserbereitstellung bis hin zum Rohstoff Holz“, ergänzt Adrian Sonder, Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg. „Diese Leistungen müssen ökonomisch tragfähig bleiben. Wir fordern eine sofortige Rückbesinnung auf das Subsidiaritätsprinzip und die Praxistauglichkeit von Gesetzen und Vorgaben. Die Entscheidungskompetenzen vor Ort müssen gestärkt werden.“
Bürokratie-Stopp und Absage an deutsche Sonderwege
Scharfe Kritik üben die Verbände an der ausufernden Regulierung aus Brüssel und Berlin. Als Negativbeispiele für praxisferne politische Eingriffe in die Handlungsoptionen der Eigentümer nennen die Verbände Regularien wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) oder die EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO). Auch wenn beide Verbände die grundsätzlichen Ziele teilen, kritisieren sie den vorgegebenen Weg.
Zudem fordern die Verbände, dass Deutschland aufhört, EU-Vorgaben durch einen vermeintlichen „Goldstandard“ einseitig zu verschärfen. Der aktuelle Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans zur WVO muss grundlegend überarbeitet werden. Auch bei der Umsetzung EUDR fordern die Verbände praxisnahe Vereinfachungen, anstatt die Waldbesitzer durch überbordende Strafen und Kontrollen zu kriminalisieren.
Die Verbände fordern die Politik auf, die Chancen der holzbasierten Bioökonomie konsequent zu nutzen und die Holzpolitik nachhaltig zu stärken. Holz ist als „Super-Rohstoff“ ein unverzichtbarer Pfeiler der Klimawende.